Dienstag, 21. Dezember 2010

Ausbildung abgeschlossen – Leben vorbei?

Rainbowwarrior ist eigentlich ein schreckliches und zugleich schönes Wortgebilde. Auf der einen Seite zeigt es ein physikalisches Wunder aus Licht und Wasser gebildet, auf der anderen Seite bezeichnet es den Krieger, den Kämpfer, der sich für eine große Idee einsetzt. Klar, als überzeugter Kriegsgegner ist es schwer für mich, mich als Krieger zu sehen. Aber der Name ist gut, verliehen an die, die mit vollen Herzen ihr Leben für die Gesunderhaltung des Planeten einsetzten und einsetzen, an die Greenpeacer. Ich war lange Zeit einer von Ihnen und bin es auch heute noch im Innersten.
Wo es mir möglich war habe ich mich für die Sache eingesetzt und versucht wenigstens meinen Fußabdruck klein zu halten. Ich habe mich ausgebildet, Biologie studiert, Zusammenhänge erfasst, Verhaltensforschung bei Mensch und Tier betrieben, viele Bücher und Meinungen berühmter Autoren gelesen und angehört. 1992 habe ich begonnen einzusehen, dass mein Weg nicht falsch war, aber in seiner Auswirkung (abgesehen von meiner Arbeit für Hainburg und anderen Nationalparks in Österreich) nahezu wirkungslos geblieben war.
Ich habe unter dem Eindruck der Nachhaltigkeitskonferenz (UNCED) in Rio de Janeiro und der Regierungsumbildung in Österreich, alle meine politischen Ämter zuückgelegt, bin aus der ÖVP ausgetreten, weil ich sah, dass mit den nachdrängenden Leuten in dieser Partei (Schüssel, Khol) einer Politik Tür und Tor geöffnet werden würde, die schlecht für uns Österreicher sein würde. Busek hat mir damals einen Brief geschrieben, indem er meinen Schritt versteht aber bedauert, da man damit nur die Sache der Anderen stärkt.
Ich bin froh, dass ich mich damals aus der Politik zurückgezogen habe. Die Anderen sind fürchterlich gescheitert und noch heute werden immer mehr Dinge bekannt, die die Machenschaften der schwarz-blauen Regierung aufzeigen. Vor allem Schüssel sollte man viel deutlicher beleuchten...
Ich war also weg von der Politik, habe mich als Redakteur der Tageszeitung "die Presse" mit allem anderen als mit Politik beschäftigt, mich weiter ausgebildet, Familie gegründet, versucht wenigstens unser privates System zu erhalten.
Im neuen Jahrtausend ist das Wunder Kind wahr geworden, aber die Systemerhaltung sehr erschwert worden. In die Selbstständigkeit gedrängt (andere Bezeichnung für arbeitslos geworden) waren meine Ausbildungen plötzlich uninteressant und nur das Alter zählte. Es ging weltweit plöztlich nur mehr ums Geld (Globalisierung nannte man das...), Umwelt war völlig gleichgültig, die Aktien stiegen ins unermessliche, die Armen wurden ärmer, die Reichen rasant reicher. Ich bildete mich weiter aus: in Aktienrecht, Versicherungswesen, Hypnose, NLP, Meditation, ich trieb meine Verhaltensforschung in die Tiefe der menschlichen Seele.
2007 geschah es, im Juli, viel schlimmer als 9/11, die Weltwirtschaftsblase platzte, erst in den USA mit den Immobilien (die Leute konnten die Kredite nicht mehr zurückzahlen). Vernünftige, menschliche Banken hätten die Zahlungsraten zurückgestellt, Zahlungsziel erweitert und die Menschen in ihren Häusern gelassen. Eine Weile hätten sie weniger Einnahmen gehabt, aber spätestens heute wären die Finanzen wieder geflossen. So lief es aber nicht ab: zehntausende Häuser wurden den Menschen einfach weggenommen, diese auf die Straße gesetzt. Die Häuser verfielen, verloren ihren Wert, niemand konnte es sich leisten, die Häuser den Banken abzukaufen. Also gab es gar keinen Geldfluß mehr. Banken ohne Geld bedeutet, dass auch die Wirtschaft kein Geld mehr bekommt. Bekommt die Wirtschaft kein Geld und sind zu wenige Leute da, die ihr die Waren abkaufen kann, die sie produziert, stellt die Wirtschaft die Produktion ein oder fährt sie herunter. Folge: es werden Leute entlassen, noch weniger Menschen sind in der Lage Waren zu kaufen, Aktienkurse fallen in den Keller, die Blase platzt.
Natürlich gibt es jetzt intelligente Menschen, die alles daran setzen mit geeigneten Maßnahmen die Weltwirtschaft wieder in Gang zu setzen. Den Leuten Arbeit zu verschaffen damit sie wieder Waren kaufen können, wäre eine Möglichkeit, Wirtschaft umstellen, weg von der Erdölwirtschaft zu einer klimafreundlichen Wirtschaft, die die Erkenntnisse der Welt-Klimakonferenz berücksichtigen würde, eine weitere Möglichkeit.
Nur, das ist nicht geschehen!
Die ungebildeten, geldgierigen Politiker auf der Welt sind hergegangen und haben die verrückten Banker für ihre Untat an der Menscheit belohnt und mit Milliardenbeträgen aus dem Schlamassel gezogen.
Eine nachhaltige Handlung? Ja, durchaus! Es hat die Nachaltigkeit des Wirtschaftsdebakels festgeschrieben: Griechenland wurde fast gerettet, Irland schwankt fürchterlich, Italien ist in der Krise, Spanien in Schwierigkeiten, Deutschland mit dem höchsten Defizit seit Anbeginn, die EU-Länder fallen wie die Dominosteine eines nach dem anderen um.
Wir mussten unbedingt der EU beitreten, ich habe dagegen gestimmt, weil ich die Gefahr kommen sah, die Schweiz wird sich hüten den selben Fehler zu machen, obwohl es viele wirtschaftliche Abhängigkeiten mit der EU gibt. Der Schweizer Franken wird immer stärker und neue Katastrophen kommen auf österreichische Firmen und Häuslbauer durch die Verteuerung der Fremdwährungskredite zu. Erste Firmen sind bereits in Konkurs gegangen weil sie sich den Zinsendienst im Euro nicht leisten könnten und die Kreditsumme immer höher wird.
Ich lerne weiter, schließe eine Ausbildung nach der anderen ab, blicke immer besser durch, glaube die Menschen immer besser zu kennen und werde weiter lernen müssen, weil ich an den eigentlichen Problemen vorbeigelernt habe.
Ich werde einmal alles wissen, was ich wissen möchte, aber dann ist, wie ich fürchte mein Leben vorbei...
Etwas wichtiges habe ich aber bereits aus letzter Zeit gelernt: die alten Waffen greifen nicht mehr, ich muss viel subtilere Waffen einsetzen um das System zu erhalten, um die Familie zu schützen, um mehr Menschen von meinem Weg zu überzeugen.

Freitag, 29. Oktober 2010

WAHLENTSCHEIDUNG – oder: Hätten wir etwas anderes machen sollen?

Eine Wahl ist geschlagen und der Wähler hat entschieden. Die Parteien haben den Wählerentscheid zu akzeptieren und ihre Politik danach zu richten. Was aber ist tatsächlich mit diesem Wahlergebnis anzufangen? Warum haben zum Beispiel die Grünen stagnierend gerade ein paar Stimmen mehr bekommen als bei der letzten Gemeinderatswahl in Wien, im Jahr 2005? War es sinnlos die Wahlwerbung ausschließlich auf Leute abzustimmen, die die Grünen sowieso wählen oder einmal schon gewählt haben?
Bei dieser Wahl haben sie ihr Ding durchgezogen und sind, nicht sehr aber ein wenig, gegenüber den Kontrahenten Häupl und Strache abgefallen und an vielen möglichen WählerInnen vorbeigegangen. Sie sind gewogen und für zu leicht befunden worden.

Chaostruppe, nicht wählbar für viele, die sich eine Lösung für ihre Probleme erwartet haben und denen eine gesunde Umwelt nicht so nahe steht, wie ein immer mehr mangelndes Heimatgefühl. Das ist Tatsache.

Tatsache ist auch, dass die Grünen ein gutes, menschliches und auch für die Mehrheit in Wien und Österreich taugliches Programm hatten.

Natürlich wollten sie auf die große Beute, das WählerInnenpotential der vielen Nicht-Wähler und Wahlverweigerer, nicht verzichten und auch nicht tatenlos zusehen, wie diese zu anderen Parteien, wie FPÖ abwandern.

Sie bräuchten ihre Wahlwerbung auch nicht radikal zu verändern, meiner Meinung nach waren die Puzzlesteine für ein besseres Wien eine geniale Idee, an der sie weiterarbeiten sollten, dass diese Idee auch verwirklicht wird.

Aber jetzt kommen wir auch schon zum Kernpunkt, dem Querdenken: wie hat das die Wählerin, der Wähler gesehen, bemerkt, ist darüber informiert worden? Wie wichtig sind diese Bausteine für die WählerInnen gewesen? Haben sie die WählerInnen über deren Probleme hinwegtäuschen können und waren sie daher für sie wichtiger?

Ich habe mit einigen FPÖ-WählerInnen gesprochen und sehr deutlich gesagt bekommen, warum sie Strache gewählt haben: ALLE versprechen sich Hilfe von ihm, gegen die, ihrer Meinung nach, gigantischen Zuwächse bei den „Ausländern“, sie würden sich in ihrer Stadt nicht mehr zu Hause fühlen, die Kinder in den Schulen werden von Mitschülern mit Migrationshintergrund ausgegrenzt, es gibt regelrechte Kriege zwischen Kindern serbischer, kroatischer und türkischer Familien und das oft in Klassen wo Schüler mit Migrationshintergrund die Mehrheit darstellen. Die LehrerInnen sind oft machtlos oder wollen von diesen Problemen nicht behelligt werden. Viele Lehrerinnen (bewusst die weibliche Form gewählt!) werden von türkisch-stämmigen männlichen Schülern abgelehnt und darin auch noch von zu Hause aus unterstützt (von einer Frau brauchen wir uns nichts sagen lassen...).

Querdenken bedeutet auch, dass man sich mit den Problemen der Menschen SICHTBAR auseinandersetzt und Lösungsansätze bietet, die von anderen Parteien nicht oder nur schlecht geboten werden. Strache hat das erkannt und den unsauberen Weg gewählt, indem er so tut, als wäre das alles kein Problem, weil man die „Ausländer“ ja nur einfach aus Österreich zu entfernen braucht. Er war damit der Einzige, der eine „Lösung“ für die Probleme angeboten hat und das hat ihm den Stimmenzuwachs gebracht.

Wollen die Grünen diese Leute tatsächlich für sich gewinnen werden sie JETZT beginnen müssen mit der Bewältigung dieser Probleme, werden sich Strategien ausdenken müssen, die es sichtbar machen, dass sie diese Probleme an der Wurzel packen wollen. Ich habe nur eines dieser Probleme aufgezeigt, aber das betrifft genauso die Wohnsituationen in den Gemeindebauten, wo es oft an der richtigen Kommunikation mit den Beteiligten hängt, Verbesserungen zu erzielen. Es betrifft die Ängste vor dem Verlust der Arbeitsplätze weil österreichische UnternehmerInnen bewusst Lohndumping machen, indem sie Leute mit Migrationshintergrund (möglichst weiblich) einstellen und dafür schon lange in den Betrieben befindliche österreichische ArbeitnehmerInnen kündigen.

Man verstehe mich bitte nicht falsch, ich möchte an der Politik die MigrantInnen betreffend nichts ändern, aber ich möchte verhindern, dass die Grünen für etwas bestraft oder nicht beachtet werden, wofür SPÖ, FPÖ und ÖVP verantwortlich sind. Den größten AusländerInnenzuwachs in Österreich hat es in der Zeit der Schüssel-Regierung mit der FPÖ gegeben.

Mit der Werbung der Grünen übernehmen sie zum Teil die Schulden dieser Parteien und baden deren verfehlte Politik aus! Wie oft habe ich in diesem Wahlkampf gehört: „Die Grünen san ja deppert, wegen denen hamma des Problem mit die Ausländer!“ Das übrigens in allen Dialekten Wiens und auch auf Hochdeutsch...

Sie müssen eben jetzt beginnen (und nicht erst ein halbes Jahr vor der nächsten Wahl!) nicht nur Quer-zu-denken sondern deutlich sichtbar für alle auch Quer-zu-handeln!

Donnerstag, 8. April 2010

Kernkraftwerk als Zwischenlösung?

Narren, die mit der Gesundheit der Mitmenschen spielen, sterben anscheinend nicht aus. Wieder ist mir ein Artikel untergekommen, diesmal im Pressetext:
http://www.pressetext.at/pte.mc?pte=100408008
Gezeichnet ist der Artikel von einer Frau Ulrike Schütz, die sich auf eine "Studie" stützt, die man sich bei ihrem Artikel herunterladen kann. Leider ist der Artikel sonst sehr schlecht recherchiert, da man vielleicht auch noch andere Meinungen hätte einholen sollen.
Frau Schütz bietet uns in ihrem 4. Beitrag einer Serie von Vorschlägen zur Einsparung von CO2-Emissionen an, doch ein Kernkraftwerk zu bauen, das keinerlei CO2-Emission nach aussen dringen lässt und dadurch die, nach ihrer Rechnung, fehlenden Einsparungen bis 2016 locker ausgleichen könnte...
Hokuspokus – da steht es schon das Kernkraftwerk und hilft uns dabei, dass wir keine 300 Millionen € für Emissionsrechtehandel pro Jahr ausgeben müssen!
Zaubern geht nur leider nicht:
1. Der Bau eines modernen und angeblich sicheren Kernkraftwerks benötigt ca. 6 Jahre. So lange hilft es uns gar nichts!
2. Was sind die 300 Millionen Euro Emissionshandel gegen die Baukosten von mindestens 3,5 Milliarden Euro für das Kernkraftwerk. Da könnten wir es uns leisten 12 Jahre bis zu einer besseren Energielösung durchzutauchen!
3. Ein Kernkraftwerk ist emissionsfrei? Ein bedauerlicher Irrtum! Bei der Förderung von Uran, das ja benötigt wird um Brennstäbe zu erzeugen, entstehen bereits heute hohe CO2-Emissionen, die an die von Gaskraftwerken heranreichen. Das wird sich bis 2030 noch wesentlich verschlechtern, da der Urangehalt im abbaufähigen Gestein immer geringer wird.
4. Das führt aber auch dazu, dass die Kosten für den Abbau immer höher werden und dadurch noch früher die Rentabilität von Kernkraftwerken nicht mehr gegeben sein wird.
5. Was machen wir dann mit den Resten dieser tollen Zwischenlösung? Irgendwo tief vergraben, denn der radioaktive Abfall strahlt und beglückt uns alle dann noch für Jahrtausende! Die Kosten dafür und für den Rückbau eines ausgepowerten AKWs (derzeit ca 1 Milliarde Euro) sind in der obigen Rechnung noch gar nicht enthalten.
6. Glaubt Frau Schütz wirklich, dass diese tolle Lösung binnen kurzer Zeit in Österreich politisch durchsetzbar sein könnte und zum Ändern des Atomsperrvertrags führen könnte?

Frau Schütz, fallen Sie doch bitte nicht auf jeden dahergelaufenen Narren herein!

Sonntag, 1. November 2009

"Sozialtransferkonto"

Hat der Finanzminister da einfach schlecht recherchieren lassen oder doch eher absichtlich mit falschen Zahlen argumentiert?
Zu diesem Zweck hat er eine angebliche Studie von Joanneum Research herangezogen um zu beweisen, dass sogenannte Transferleistungen Leistungswillige benachteiligen würden...
In dieser "Studie" werden drei Familien, jeweils mit 2 Kindern im Alter von 12 Monaten und 4 Jahren, beide Elternteile sind jeweils berufstätig, miteinander verglichen. Der Unterschied zwischen den Familien besteht eigentlich nur im Einkommen oder Lohn. Die Familie Gruber bekommt brutto 950,- € Familieneinkommen (je 475,-), die Familie Maier 1900,- € (je 950,-) und die Familie Schmied kann sich über 3800,- € freuen (also je 1900,-). Dann wird das Netto-Einkommen mit Transferzahlungen gegenübergestellt. Und siehe da: hier bekommt die Familie Gruber satte 2572,- €, die Familie Maier 2992,- und die Arme Familie Schmied, mit der wohl keiner von den anderen Familien tauschen will, gerade einmal 3192,- € ausbezahlt.
Da kann einem wirklich der Neid fressen! Dem entsprechend hat der ebenfalls viel zu viel verdienende, um in den Genuss dieser Transferleistungen zu kommen, Chefredakteur der Presse, Michael Fleischhacker, sofort reagiert. Da muss etwas geschehen! "Es geht nicht an, dass Prölls Verdacht zutrifft, wonach es heute schon Steuer zahlende Familien gibt, die über weniger Einkommen verfügen als Nichtsteuerzahlerfamilien!"
Der arme Herr Fleischhacker! Er hätte nur der traditionellen Gepflogenheit der Presse folgen müssen und einen Artikel erst loszulassen, wenn er vorher gründlich recherchiert ist.
Da hätte er bemerkt, dass diese "Studie" gar keine Studie des Joanneum Research ist, sondern ein Artikel des Mitarbeiters des Joanneum Franz Prettenthaler in Zusammenarbeit mit Cornelia Steiner, in der weitestgehend unter Ausschluss der Öffentlichkeit publizierten Zeitung "Gesellschaft & Politik. Zeitschrift für soziales und wirtschaftliches Engagement" erschienen ist.
Weiters hätte er da vielleicht bemerkt, dass die Zahlen, mit denen da gerechnet wurden, schlicht und einfach falsch sind. Die von mir nur überschlagsmäßig berechneten tatsächlichen Nettozahlungen sehen da bereits ganz anders aus: die Familie Gruber bekommt da etwa 1600,- €, die Familie Maier etwa 2400,- € und die Familie Schmied doch immerhin 3495,- € ausbezahlt.
Wenn ich die Wahl hätte, welches Familieneinkommen ich beziehen möchte, würde ich mich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht bei den beneideten Grubers sondern wohl doch eher bei den "armen", Steuer zahlenden Schmieds einordnen.
Da wäre nur noch die Frage zu klären, wieso der Finanzminister und auch der Chefredakteur glauben, dass jemand, der ein geringes Einkommen hat, weniger dafür arbeiten muss, als jemand mit einem hohen Einkommen?

Nur ein Spiel...

Da gab es in den 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts ein Spiel, ich glaube von Frederik Vester, das nannte sich Ökolopoly. Es ging dabei eigentlich im großen und ganzen darum, dass man mit Hilfe verschiedener Maßnahmen die Entwicklung eines Staates lenkte und wer das am besten beherrschte, war am besten Weg, das Spiel auch zu gewinnen. Eine wirklich schlagende Maßnahme war da z.B. die Ausgaben für Bildung zu erhöhen. Mehr Bildungsförderung machte sich etwas später dann durch Verbesserungen auf allen anderen Gebieten bezahlt. Aber das war ja nur ein Spiel...
Die Wirklichkeit sieht ganz anders aus:
Wenn dem Staat die Bildung der Bürger kein Anliegen mehr ist und die Finanzierung der Lehre nur mehr großen Firmen und Lobbyisten überlassen wird, verarmen die Universitäten sowohl an Studienrichtungen als auch an finanziellen Mitteln. Aus den Universitäten werden Spezialschulen und freies Studium ist nicht mehr möglich! Bald wird man Spezialisten heranbilden müssen, die alte Studienrichtungen wie Archäologie erst wieder ausgraben müssen, denn ein Baccalaurats-Studium nach der neuen Studienordnung reicht z.B. nicht um eine Grabungsgenehmigung zu bekommen.

Donnerstag, 22. Oktober 2009

Zu alt!

Es war 2007, ich hatte gerade meine Prüfung zum diplomierten Berufsorientierungstrainer abgelegt, übrigens vom AMS bezahlt. Arbeitslos gemeldet habe ich mich sofort beim AMS beworben, um als Berater meine jahrzehntelange Erfahrung in der Arbeitswelt sinnvoll zu nutzen. Nach sechs Wochen bekam ich Antwort: Leider ist im Moment für mich keine Verwendungsmöglichkeit gegeben, aber man hält mich in Evidenz...
Mein Berater hat mir dann gestanden, dass ich, wäre ich 10 Jahre jünger gewesen, mit Sicherheit genommen worden wäre, da das AMS derzeit dringend Nachwuchs rekrutiert.
Zu alt mit 55 Jahren? Ich hatte noch 10 Jahre zu arbeiten bis zur Pension! Wenn schon das AMS da nicht mit gutem Beispiel vorangeht, wie kann man das dann von Unternehmern verlangen?
Es hat dann allerdings nicht sehr lange gedauert, bis ich vom AMS wegen drohender Langzeitarbeitslosigkeit auf einen Berufsorientierungskurs geschickt wurde, mein diesbezügliches Diplom in Berufsorientierung völlig missachtend...

Zu jung!

Ökostrom AG – ausserordentliche Hauptversammlung am 21. Oktober 2009.
Eine relativ junge Firma, gerade einmal etwa 10 Jahre alt.

Die Ideen dahinter: (aus dem Punkt "Mission" der Website) "...Die oekostrom AG initiiert eine neue Energie-Kultur. Wir bringen unseren Kunden und Partnern die besondere Qualität der umweltgerechten Erzeugung und den sorgsamen, bewussten Einsatz von oekostrom® nahe und helfen dabei aktiv mit, Ressourcen zu schonen und Geld einzusparen.
Unser Verantwortung
Wir wirtschaften nachhaltig, kommunizieren offen und bekennen uns zu unserer gesellschaftlichen Verantwortung. Die Einhaltung rechtlicher Rahmenbedingungen ist für uns eine Selbstverständlichkeit."

Schon der erste Grund für die Einberufung der ausserordentlichen Hauptversammlung wäre zu diskutieren gewesen, der zweite, etwa eine Woche später von einem Großaktionär angegebene Grund, hatte dann aber doch große Auswirkungen. Verlangte der über 5% des Aktienkapitals haltende Aktionär die Reduktion der Kontrolle auf das gesetzliche Mindestmass von drei AufsichtsrätInnen. Das ist das gute Recht des Aktionärs.
Aber man muss auch sehen dass das nicht besonders günstig ist, da beim Ausfall eines/r Aufsichtsrates oder -rätin es notwändig würde eine weitere, kostspielige ausserordentliche Hauptversammlung einzuberufen.
Aber (vielleicht angeregt durch die drohende Abwahl des Aufsichtsrates) der Aufsichtsrat reagierte sofort: Absetzung des Vorstandes und Übernahme der Vorstandsagenden durch zwei ruhend gestellte Aufsichtsräte...
Jetzt bin ich weit davon entfernt, diese Handlungsweise als schlecht und ungünstig für die Firma ökostrom AG zu sehen und ich bin gespannt, ob die neuen Vorstände den Karren an der drohenden Wand vorbeisteuern können. Im Hinterkopf bleibt aber immer noch der Gedanke: Was wäre gewesen, wenn die Abwahl der Aufsichtsräte nicht zur Diskussion gestanden wäre? Wäre der Herr Mag. Pierer noch immer in Amt und Würden?
Nach 6 Stunden Diskussionsverfolgung bei der Hauptversammlung und der Kündigung eines Fünftels der Belegschaft der Ökostrom beginnt eine kleines Warnlicht in meinem Kopf zu leuchten – übrigens ein Ökostrom-gespeistes...
Aber vielleicht ist die Sturm- und Drangperiode des Unternehmens ÖkostromAG jetzt vorbei und das Unternehmensschiff wird in ein ruhigeres Fahrwasser gesteuert. Das hoffe ich für die Ökostrom AG, für die schwankende Belegschaft, die hoffentlich nicht über Bord geht und für die Idee, die heute noch viel aktueller ist als bei der Gründung!

Zu jung? Zu alt?

In allen Zeitungen wird die HacklerInnenpension und überhaupt die Pensionsregelungen diskutiert. Eigentlich finde ich es schlimm, dass über ein Auslaufen dieser Regelung diskutiert wird. Noch nie haben in Österreich nach dem Weltkrieg so viele Leute so lange Zeit gearbeitet wie heute. Das sind genau diese Menschen, die 40 oder 45 Jahre lang Steuern und Pensions- und andere Sozialbeiträge gezahlt haben und damit den Leuten die Pensionen ermöglichten, die diese schon im zarten Alter von 52 bis 60 Jahren in Anspruch genommen haben und das nach Arbeitszeiten von 25 -35 Jahren!
Würde man alle arbeitenden Menschen nicht im Alter von 60 bei Frauen (mit Anrechnung der Kinderbetreuungszeiten) und 65 Jahren bei Männern, sondern eben nach einer Arbeitszeit von 40 oder 45 Jahren in Pension gehen lassen, gebe es kein Pensionsproblem.
Ein viel einträglicheres Faktum wird gerne von den Politikern (vielleicht wei selbst betroffen?) immer wieder übersehen oder gar nicht erst diskutiert:
Wie kann es sein, dass besser verdienende ArbeinehmerInnen anteilig weniger für Sozialabgaben zu zahlen haben, als eben schlechter bezahlte? Diese heilige Kuh anzutasten wäre weitaus einträglicher für Pensionen und Krankenkassen!

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Zuletzt aktualisiert: 23. Sep, 08:28

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